Kritik PianoSolo

PianoSolo: Eine eigene Klangwelt

musicOutlook, Ausgabe 04/01, Sven Ferchow

Der Münchner Bastian Pusch stellt mit ‘Piano Solo’ seine erste Platte als Solo Künstler vor. Aber was für ein Debut! Keine Jazzklischees, nicht auf Bekanntes gesetzt. Eigenes improvisiert, eigenes komponiert. Und das auf höchstem Niveau. Schaffen nicht viele. Pusch jedoch mit Leichtigkeit. Er inszeniert seine Improvisationen. Er lebt seine Kompositionen. Und er liebt ganz offensichtlich sein Klavier. Welch virtuoser Umgang. Welch bezaubernde Tastenkombinationen. Manchmal schafft er schon fast beängstigende Situationen. Ausweglos erscheinend. Doch gekonnt lässt er dem Hörer ein Hintertürchen offen

Begleitet wird Pusch in einigen Ländern seiner Klangwelt vom Gitarristen Knud Mensing. Beide seit Schulzeiten sich immer wieder musikalisch und künstlerisch über den Weg laufend. Hört man. Fast schon kongenial, wie Mensing sich offensichtich mühelos in Puschs Atmosphäre einfühlt. Und mehr als das. Mit Pusch harmoniert und dessen Welt belebt. Man schliesst die Augen, sieht die Bar vor sich, hört Pusch und Mensing spielen. Nein, hört sie eher verzaubern. Denn spielen wäre wohl zu banal. Zu einfach. Diese Kompositionen müssen gelebt, gelitten und verinnerlicht werden.

Eine CD, die sehr nahe geht. Sehr tief vordringt. Verleitet leichtsinnig zu werden. Alles abzulegen. Man sollte sich das gönnen. Sich Zeit nehmen, die CD einlegen und keine Angst haben. Der Notausgang bleibt immer offen.

© Bastian Pusch, 2008

Letzte Änderung: 22/07/08