|
Klangnebel mit flirrenden Akkorden und Tremoli über den Tasten des Klaviers weitergesponnen wird. Pusch gelingt der Kunstgriff, jede Episode und sogleich in einem Klangnebel mit flirrenden Akkorden
und Tremoli über den Tasten des Klaviers weitergesponnen wird. Pusch gelingt der Kunstgriff, jede Episode mit nur ein paar markanten melodischen und rhythmischen Wendungen zu würzen. Es wird der rhapsodischen
Reihung der literarischen Vorlage musikalisch Rechnung getragen. Wie ein kleines Hörspiel verwebt das Trio Musik und Wort zu einem literarisch-musikalischen Erlebnis. Raffiniert gehen die Entwürfe von Cello und
Klavier auf die Ritter-Erlebnisse ein, eine Mischung aus Klassik und Jazz, die – wie Auspurgs eingangs schilderte – eigens für dieses Projekt komponiert wurde. Was ihr und ihrem Kollegen am Klavier
gelang, das setzte Hofmüller, der in Gauting die Grundschule besuchte, eine Schreinerlehre absolvierte und sich später an der renommierten Otto-Falckenberg- Schule in München zum Schauspieler ausbilden ließ,
trefflich in Worte um. Mit lausbubenhaftem Baierisch kolorierte der hagere Mann mit dem struppigen blonden Haar und den wasserblauen Augen den gediegenen Wortschwall seines Helden Don Quijote, und Aussprüche wie „O
du, wer du auch seist, übermütiger Ritter, der du dich nahest, die Waffen des allertapfersten Irrenden anzurühren“ kamen so flugs aus seinem Mund geschossen, dass viele arge Mühe hatten, sich ein lautes
Loslachen zu verkneifen. Hätte er nur weniger mit dem Zeigefinger gefuchtelt, um die Groteske gestisch herauszuschälen, der Auftritt wäre vom Allerfeinsten gewesen. Foto: Schubauer von Jena
Quelle: Starnberger Merkur Lokales 8, Montag, 5. Oktober 2009 | Nr. 228
|