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Überzeugend empathisch
Der Gospelchor Stankt Lukas sorgt für Stimmung
Vaterstetten * Die Begrüßung der zahlreichen Zuhörer beim Konzert des Gospelchors Stankt Lukas übernahm Pfarrer Lucas Graßal in zweifacher
Funktion: Neben seiner seelsorgerlichen Tätigkeit in der Petrikirchengemeinde trat er zugleich als Chorsänger des Münchner Chors auf
Der Gospelchor von Sankt Lukas, einer der ältesten Münchner Chöre dieses Genres, wurde lange Jahre von Matthias Preissinger, der auch für die
Kompositionen und Arrangements zuständig ist, geleitet. Seit Beginn dieses Jahres wechselte an seine Stelle Bastian Pusch, und Preissinger übernahm im Benefizkonzert zugunsten der geplanten Unterkirche der
Petrigemeinde die pianistische Begleitung.
Gleich für Hochstimmung sorgte der Chor mit seinen gut ausgebildeten Stimmen im ersten Titel: In schöner dynamischer Steigerung zeigte er sich
gut rhythmisch und sang mit empathischer Eingebung. Zur großen Klangfülle wuchsen die Sänger in ‘People Get Ready’ an und verstärkten diese mit wirkungsvoller Choreographie. Ein geheimnisvolles Flüstern leitete in
die altbiblische Geschichte von der Meerdurchwanderung in ‘Wade In The Water’ ein, das Ensemble wuchs allmählich zur Menge, bezeugte in großem Gesang seine Glaubensstärke und zog sich wie zu Beginn ins Flüstern
zurück. Aber auch cool und jazzig gab sich der Chor unter der engagierten Leitung von Pusch, ließ den Funken seiner spirituellen Überzeugung auf das Publikum überspringen, und wurde von ihm in seiner gefühlsbetonten
Expressivität mitgetragen. ‘Precious Lord’ war ein ebenso emotionaler Gesang, der seine Wirkung zusätzlich vom Wechsel eines schlichten Soloparts zum großen Chor bezog.
Die Solisten überzeugten durch facettenreiche Klangfarben, ihre Adaption von Soul-Feeling und Jazzrhythmus und nicht zuletzt durch ihre
Ausdruckskraft. Für das ungewöhnliche Arrangement von ‘Josuah Fit The Battle’, das die Dramatik der biblischen Geschichte durch Sprechgesang und starke dynamische Effekte umsetze, erhielt der Chor spontanen Beifall.
Bemerkenswert auch das gefühlvolle Solo ‘Over My Head’, in das der Chor fetzig einbrach und den Song als große Show präsentierte.
Zurück in die Schlichtheit gottesdienstlicher Formen führten die solistisch gesungenen Fürbitten. Intensiv auch die Wirkung des
Glaubensbekenntnisses mit seiner dissonanten Klangsprache und dem effektvoll ausgestalteten Text. Freudig engagiert sang der Chor vom Vertrauen in eine gute Zukunft, bescherte dem begeisterten Publikum noch eine ‘Oh
Happy Day’-Stimmungssteigerung und verabschiedete sich mit einer originellen Version von ‘King Jesus’
von Sabine Radloff
SZ Ebersberg, 15.11.08
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